Schweizer Kriegsmaterial- und Rüstungs-Exporte

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B&T-Waffenexporte über die US-Tochter

Güterkategorie: Kriegsmaterial

B&T MP9, 18.11.2010. Kusi97 / Wikimedia Commons (Eigenaufnahme). Via Wikimedia Commons. Typenbild; kein Nachweis der konkreten Lieferung. Lizenzprüfung: 2026-09-26.
B&T MP9, 18.11.2010.

CC BY-SA 4.0

BT USA LLC fertigte Waffen der B&T AG in Lizenz für den US-amerikanischen Zivilmarkt. B&T bestätigte diese Produktion im Februar 2022 und erklärte, an der US-Gesellschaft lediglich eine Minderheitsbeteiligung ohne Einfluss auf deren operative Geschäftstätigkeit zu halten. Lieferungen aus der US-Fertigung nach Russland oder in die Ukraine bestritt das Unternehmen. Im Juli 2025 bestätigte B&T, dass am US-Standort gefertigte Produkte auch nach Indonesien, Thailand, Malaysia und Brasilien exportiert wurden. Das Unternehmen begründete die US-Produktion mit dem Zugang zum US-Markt und wies den Vorwurf einer Umgehung der Schweizer Exportkontrollen zurück.

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Für die USA als heutigen Anhang-2-Staat würde Art. 22a Abs. 2bis das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufheben und die Bewilligung zur Regel machen. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Der Bundesrat könnte Indonesien, Thailand, Malaysia und Brasilien durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für Indonesien, Thailand, Malaysia und Brasilien einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als Drittstaaten könnten zum Beispiel die folgenden Staaten dienen, die gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen geliefert haben: Indonesien: USA (1’248 Mio. TIV); Thailand: USA (476 Mio. TIV); Malaysia: Spanien (292 Mio. TIV); Brasilien: Frankreich (1’475 Mio. TIV).

Länder

Konflikte

Unternehmen

Zeitraum

Bestätigungen 2022 und 2025

Quellen