Schweizer Kriegsmaterial- und Rüstungs-Exporte

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Gestoppte RUAG-Munitionsfabrik in Brasilien

Güterkategorie: Unklar

Swiss-P-Munitionsschachtel .308 Win Target 168 gr. Christian Müller / SwissP Defence AG; Datum laut Dateiseite: 7. Juli 2023. Via Wikimedia Commons. Wikimedia-VRT bestätigte Freigabe. Produktillustration; nicht die im Fall nachgewiesene Charge. Lizenzprüfung: 26.09.2026.
Swiss-P-Munitionsschachtel .308 Win Target 168 gr.

CC BY-SA 4.0

Die RUAG Ammotec plante eine Munitionsfabrik in Brasilien und erhielt 2017 die brasilianische Zusage für eine Produktionslizenz. Das Vorhaben in Pernambuco löste Proteste von Menschenrechtsorganisationen aus. Im September 2018 verzichtete die RUAG auf den Bau, nachdem der Bundesrat als Eigentümer wegen Reputationsrisiken für das Unternehmen und die Schweiz dagegen Stellung bezogen hatte. 2020 hielt die RUAG die Lizenz weiterhin und erklärte, sie solle beim geplanten Verkauf von Ammotec mitübertragen werden.

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte Brasilien durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für Brasilien einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als möglicher Drittstaat kommt Frankreich in Betracht, das gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen an Brasilien geliefert hat (1’475 Mio. TIV).

Länder

Unternehmen

Zeitraum

Planung und Lizenz 2017; Verzicht 2018; Lizenzbestand 2020

Quellen