Schweizer Kriegsmaterial- und Rüstungs-Exporte

Zurück zur Liste

Schweizer Elektronik in Wladimir Putins Drohnen

Güterkategorie: Unklar

Porträt von Wladimir Putin. Präsidialer Presse- und Informationsdienst / www.kremlin.ru. Via Wikimedia Commons. Kontextporträt; kein Bild des Exportgeschäfts. Lizenzprüfung: 2026-09-26.
Porträt von Wladimir Putin.

CC BY 4.0

Recherchen zu russischen Zolldaten identifizierten Komponenten von Huber+Suhner und der Lemo-Gruppe. Dokumente nennen für den 24. Januar 2024 Antennenstecker von Huber+Suhner, die über Hongkong zu einem Unternehmen mit Verbindungen zum russischen Militär gelangten. Huber+Suhner erklärte, die Transaktion anhand der unvollständigen Dokumente nicht nachvollziehen zu können. 2025 berichtete SRF Investigativ über einen u-blox-Mikrochip in einer russischen Shahed-Drohne berichtet. Die Kennzeichnung soll nachträglich von 2024 auf 2021 verändert worden sein. Der konkrete Weiterlieferungsweg blieb offen. CAR untersuchte am 26. September 2018 eine Orlan-10, die am 6. April 2016 bei Awdijiwka geborgen worden war. Ihr u-blox-GPS-Modul war über Microdis in Deutschland im Juni 2012 an den russischen Händler MicroEM geliefert worden. Als ziviler Endkunde war Scout vorgesehen; nach Stornierung wurden die Module an Iskra und ungenannte Dritte weiterverkauft. Der letzte Weg in die Drohne blieb ungeklärt.

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte Russland durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für Russland einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als möglicher Drittstaat kommt Italien in Betracht, das gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen an Russland geliefert hat (54 Mio. TIV).

Länder

Konflikte

Unternehmen

Zeitraum

Modullieferung 2012; Drohnenfund 2016; CAR-Bericht 2021; weitere Lieferungen und Bauteilfunde 2024–2026

Quellen