RUAG-Granaten über Zayids Emirate an bewaffnete Gruppen
Güterkategorie: Kriegsmaterial

Auswirkung der vorgeschlagenen KMG-Revision
Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Syrien, die Türkei, Libyen und Jemen durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Syrien, die Türkei, Libyen und Jemen einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als Drittstaaten könnten zum Beispiel die folgenden Staaten dienen, die gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen geliefert haben: Vereinigte Arabische Emirate: USA (9’818 Mio. TIV); Jordanien: USA (677 Mio. TIV); Türkei: USA (3’964 Mio. TIV); Libyen: Italien (27 Mio. TIV); Jemen: USA (26 Mio. TIV).
Länder
Konflikte
Unternehmen
Zeitraum
Ursprungslieferung 2003; Funde, Weitergaben und Verfahren 2012–2021
Quellen
- SRF, „Schweizer Handgranaten landen in al-Kaidas Händen“
- SRF: Schweizer Handgranaten landen in al-Kaidas Händen, 05.03.2014 (auch B&T in der Ukraine)
- blick.ch – ruag munition in syrien is toetet mit schweizer handgranaten id8800062.html
- 20min.ch – is terroristen toeten mit schweizer handgranaten 545863506827
- SonntagsZeitung, 03.11.2013, S. 13: Handlanger der Schurkenstaaten (Benno Tuchschmid und Balz Spörri; Illustration Mario Wagner)
- St. Galler Tagblatt, 18.02.2016, S. 2hb: Das Risiko eines Missbrauchs ist zu gross (Tobias Gafafer)
- Aargauer Zeitung / MLZ, 06.07.2012, S. 4: Kritik an Handgranaten-Deal (sda)
- WOZ Die Wochenzeitung, 21.06.2018, S. 3: Ausser Kontrolle (Jan Jirát)
- SonntagsBlick, 09.09.2018, S. a2: Händler in Libyen bieten Schweizer Waffen an (Fabian Eberhard)
- Blick.ch, 09.09.2018: Skandal um Schweizer Waffen weitet sich aus: Ruag-Granaten und Granatwerfer in Libyen (Fabian Eberhard)
- SonntagsZeitung, 16.07.2017, S. 5: Schweiz kontrolliert Waffenexporte – aber mit Einschränkungen (Christian Brönnimann)
- Blick, 03.09.2018, S. a3: Ruag-Handgranaten in IS-Händen lassen Ständeräte kalt (Cinzia Venafro und Fabian Eberhard)
- Tages-Anzeiger, 30.07.2015, S. 27: An die Grenzen der Neutralität (Linus Schöpfer)
- St. Galler Tagblatt, 19.07.2017, S. 2at: Wegschauen verboten (Balz Bruppacher)
- Blick.ch, 03.09.2018: Ruag-Granaten in Syrien: «Wir können Einzelfälle nicht verhindern» (Cinzia Venafro und Fabian Eberhard)
- Republik, 21.06.2018: Mit Kanonen auf Werte schiessen (Michael Rüegg)
- Blick.ch, 02.09.2018: Bundesrat interessiert sich nicht für Ruag-Granaten in Syrien (Gieri Cavelty)
- handelszeitung.ch, 28.10.2022: Wenn Firmen von der Geschichte eingeholt werden (Bernhard Fischer)
- SonntagsZeitung, 08.07.2012, S. 13: Mit Allah und Schweizer Waffen (Haupttext ohne Autorenangabe; Interview: M. Spieler)
- SonntagsBlick, 02.09.2018, S. a2: Tödliche Lieferung — Schweizer Ruag-Handgranaten in den Händen von syrischen Dschihadisten (Fabian Eberhard)
- Tages-Anzeiger / Newsnet, 07.07.2012: Schweizer Handgranaten liegen kistenweise in Syrien (Im TXT nicht genannt)
- 24heures.ch, 02.09.2018: L’EI et Al-Qaïda s’arrachent les grenades suisses (Im TXT nicht genannt)
- RTS.ch, 31.07.2016: Des grenades suisses ont été utilisées dans un attentat de l’EI en Turquie (ats / lgr)
- Le Matin Dimanche, 08.07.2012, S. 7 (lm7): Les grenades suisses exportées suivent des chemins tortueux (Im TXT nicht genannt)
- Blick.ch, 26.02.2019: Waffen für zehn Millionen an die Emiratis (Sermin Faki und Ruedi Studer)
- La Liberté, 09.07.2012, S. 5: Conflit syrien — Les rebelles exhibent leurs grenades suisses (Bertrand Fischer)
- Tages-Anzeiger, 03.09.2018, S. 4: Schweizer Granate bei Jihadisten in Syrien aufgetaucht (sda)
- 20 Minuten online, 31.07.2016: Ruag-Waffen — Attentäter hatte Schweizer Handgranaten dabei (Im TXT nicht genannt)
- 20min, „IS-Terroristen töten mit Schweizer Handgranaten“; RUAG-Angaben im Dokument
- amnesty.ch – schweizer handgranaten von den emiraten an miliz im jemen geliefert
- Blick, „Syrien-Krieg: IS-Terroristen töten mit Schweizer Handgranaten“
- Amnesty International
- swissinfo.ch, 09.09.2018: Swiss arms circulating in Libya chaos
- Blick/SonntagsBlick, Fabian Eberhard, 08./09.08.2020: Milizen in Kriegsgebieten handeln mit Schweizer Waffen
- Watson, Sarah Serafini, 30.10.2018: Waffenlieferungen in Krisenländer – So reden sich Politiker und Behörden raus, Abschnitt Handgranaten in Libyen
- 20 Minuten online, 04.11.2018: Schweiz liefert Kampfjet-Teile ins Krisengebiet
- ARES: Analysing the Online Arms Trade in Opposition-controlled Syria – April 2021 update, Abschnitt „RUAG HG 85 Grenades“, Abb. 2.4 (Abruf 25.09.2026)