Swiss War Materiel and Arms Exports

Back to the list

Nigerianische Piranhas als Beute von Boko Haram und ISWAP

Goods category: Kriegsmaterial

Mowag Piranha II 8×8, Schweizer Armee, 17.06.2016. FFA P-16 / Wikimedia Commons (Eigenaufnahme). Via Wikimedia Commons. Illustration der Piranha-Familie; Version und Fahrzeug sind nicht der konkreten Lieferung zugeordnet. Lizenzprüfung: 2026-09-26.
Mowag Piranha II 8×8, Schweizer Armee, 17.06.2016.

CC BY-SA 4.0

2016 wurde bekannt, dass Boko-Haram-Kämpfer Mowag-Piranha-Fahrzeuge der nigerianischen Armee erbeutet hatten. Beim Angriff auf Baga im Dezember 2018 soll der IS-Ableger ISWAP einen weiteren Piranha erbeutet haben. Der Blick berichtete darüber bereits am 24. Januar 2019; weitere Bilder erschienen im Februar. Mowag ordnete das gezeigte Fahrzeug als wahrscheinlichen Piranha I 6×6 ein. Es dürfte zu einer rund drei Jahrzehnte zuvor bewilligten Lieferung von 110 Fahrzeugen nach Nigeria gehören.

Effect of the proposed War Materiel Act revision

Aufgrund des neuen Artikels 22b könnte der Bundesrat unter vage formulierten «ausserordentlichen Umständen» von sämtlichen Bewilligungskriterien des Artikels 22a abweichen. Die Öffentlichkeit müsste darüber nicht informiert werden. Der Bundesrat könnte Nigeria durch eine Änderung der Kriegsmaterialverordnung in Anhang 2 aufnehmen. Damit würde das Ausschlusskriterium wegen Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt aufgehoben und die Bewilligung zur Regel gemacht. Der Bundesrat könnte eine Bewilligung nur noch in Ausnahmefällen verweigern. Art. 18 Abs. 1 würde Nichtwiederausfuhr-Erklärungen in den allermeisten Fällen abschaffen. Damit könnten Waffen für Nigeria einfach via eine Tochterfirma oder einen Zwischenhänder in einem Drittstaat geliefert werden. Als möglicher Drittstaat kommen die USA in Betracht, die gemäss SIPRI in den letzten Jahren Kriegsmaterial in erheblichen Mengen an Nigeria geliefert haben (152 Mio. TIV).

Countries

Conflicts

Companies

Time period

Erbeutungen 2016 und Dezember 2018; Berichte 2019

Sources